Schwarzer Hintergrund mit Text "die richtigen CPUs für die RTX 5090", einer RTX 5090 und Prozessorverpackungen von AMD Ryzen 7 9800X3D und Intel Core i9-14900K rechts

RTX 5090: welche CPU brauche ich mindestens?

Die Nvidia GeForce RTX 5090 setzt neue Leistungsmaßstäbe. Doch welche Intel- oder AMD-CPU braucht man mindestens, um Bottlenecks zu vermeiden?

RTX 5090: hohe Leistung, hohe Leistungsanforderungen

Mit der RTX 5090 hat Nvidia die Leistungsmaßstäbe neu definiert - wieder einmal. Die Kombination aus 21.700 Shadereinheiten, 680 Tensor- und 170 RT-Cores auf einem gigantischen 750mm²-Chip von TSMC mit satten 32 GB GDDR7-Grafikspeicher lässt Spiele neue Höhen erreichen. Auch Techniken wie DLSS 4 und Multi Frame Generation sorgen für ein massives Leistungsplus beim Zocken.

Die hohe Leistung hat aber auch ihren Preis. Einerseits direkt monetär, da Nvidia für die RTX 5090 satte 1.199 US-Dollar, in Deutschland 2.239 Euro UVP, aufruft. Mindestens, wohlgemerkt. Einen hohen Preis in Form von Leistungsfähigkeit verlangt die RTX 5090 aber auch der restlichen Hardware im PC ab. Bis zu 600 Watt verbraucht die Grafikkarte und ist damit auf gute Netzteile angewiesen. Auch die Plattform selbst sollte möglichst leistungsfähig sein. 16 PCIe 5.0-Lanes verbinden die RTX 5090 mit der CPU. Doch welche CPU wird mindestens benötigt, um kein Bottleneck zu erzeugen?

Es kommt auf die Auflösung und die Spiele an

Vor allem Aufrüster, die nach einem Grafikkartenupgrade suchen und vielleicht mit der RTX 5090 finden, stellen sich diese Frage. Wer einen neuen PC baut hat nämlich mehr Möglichkeiten, direkt von vornherein die richtige CPU zu kaufen (Spoiler: der objektiv "richtige" Prozessor für die RTX 5090 ist in diesem Fall der AMD Ryzen 7 9800X3D). Soll ein bestehendes System aufgerüstet werden, muss einerseits das Netzteil ausreichend dimensioniert sein, andererseits sollte aber auch der Prozessor nicht zum Flaschenhals werden. Welche CPU einen Flaschenhals darstellt, hängt dabei vor allem von der gespielten Auflösung ab. Je höher diese ist, umso eher läuft die GPU auf voller Leistung, da die Berechnungen primär auf ihr stattfinden und die Abhängigkeit zur CPU nicht so hoch ist.

Auf 4K/UHD ist also hauptsächlich die RTX 5090 gefordert. Auch ein schwächerer Unterbau wird hier keine Probleme bereiten. Das haben Tests von Hardwareluxx ergeben, bei denen ein AMD Ryzen 7 9800X3D gegen ältere CPUs getestet wurde. Aus 10 getesteten Spielen gab es auf 4K/UHD und jeweils höchsten Grafikeinstellungen Abweichungen im geringen, einstelligen Prozentbereich. Lediglich der AMD Ryzen 7 5800X3D aus dem Frühjahr 2022 tanzt öfter mit Ausreißern (7 bis 15% weniger FPS, 4,9% im Durchschnitt) aus der Reihe. Selbst ein bereits älterer Intel Core i9-12900K kommt im Durchschnitt nur auf 3,75% Abweichung.

Auflösung

9800X3D

7800X3D

7600X3D

5800X3D

i9-12900K

Full HD

247,03

231,72

219,91

195,23

191,31

WQHD

207,23

201,31

195,60

172,30

172,32

4K/UHD

135,54

134,72

134,25

128,96

130,46

Anders sieht es da in WQHD aus. Vor allem der Ryzen 7 5800X3D und der Intel Core i9-12900K sind hier mit jeweils 16,85% deutlich abgeschlagen. Der Ryzen 7 7800X3D hingegen kommt auf nur 2,86% Differenz.

Noch extremer werden die Unterschiede in Full HD. Hier büßen 5800X3D und i9-12900K 20,97% bzw. 22,55% gegenüber dem 9800X3D ein. Der 7800X3D verliert hingegen nur 6,2%.

Bei Raytracing spielt die CPU nur eine Nebenrolle

Hardwareluxx hat die älteren CPUs gepaart mit der RTX 5090 auch in Raytracing- und Pathtracing-Szenarien getestet. Diese Benchmarks sind in den Scores im vorherigen Abschnitt bereits eingerechnet. Betrachtet man aber nur sie, kristallisiert sich schnell heraus, dass die CPU bei aktiviertem Raytracing nur eine Nebenrolle spielt. In 4K/UHD sind der 7800X3D und 7600X3D dem Topmodell nur 0,33 bzw. 1,83% unterlegen. Das ist praktisch schon Messtoleranz. Der i9-12900K liegt mit 2,88% Differenz dicht dahinter, nur der 5800X3D ist mit 6,9% Abweichung signifikant langsamer. Raytracing-Spiele in Verbindung mit der RTX 5090 liegen dem Prozessor nicht. Auch in WQHD und Full HD sind die Unterschiede deutlich geringer, wobei der i9-12900K durchgängig besser wegkommt als der 5800X3D.

Auflösung

9800X3D

7800X3D

7600X3D

5800X3D

i9-12900K

Full HD

186,55

178,02

175,00

161,60

167,00

WQHD

157,60

153,38

150,90

135,22

142,20

4K/UHD

105,75

105,40

103,82

98,45

102,70

Diese CPUs passen problemlos zur RTX 5090

Die Tests zeigen alles in allem, dass nicht unbedingt immer die allerneuste CPU in Verbindung mit einer RTX 5090 notwendig ist. Das sind gute Nachrichten für Aufrüster: Wer bereits ein System mit AMD Ryzen 7 7800X3D oder auch Intel Core i9-14900K besitzt, kann ohne viel nachzudenken bei der RTX 5090 zugreifen und diese im bestehenden System betreiben. Selbst auf Full HD gibt es hier keinen massiven Leistungsverlust, wobei die meisten geneigten RTX 5090-Interessenten wohl sowieso eher auf WQHD oder 4K/UHD spielen dürften. Besonders auf 4K/UHD-Auflösung ist der Unterschied so gering, dass es sich eher um Messtoleranzen handeln dürfte. Gleiches gilt für Spiele mit Raytracing. Hier fällt der Unterschied selbst mit niedrigerer Auflösung gering aus. Auf 4K/UHD reicht selbst ein äußerst erschwinglicher AMD Ryzen 5 7600X3D. Gleiches gilt damit für den Intel Core Ultra 5 245K bzw 245KF, der gleichauf liegt und meistens günstiger ist.

Diese CPUs sollte man ersetzen

Genauer hinschauen sollte man vor allem, wenn man eine RTX 5090 auf einer älteren Plattform für Gaming einsetzen möchte. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Besonders auffällig ist der AMD Ryzen 7 5800X3D, welcher lange ein Aufrüst-Geheimtipp für den Sockel AM4 war. Während die Unterschiede in 4K/UHD vorhanden, aber gering sind, schneidet die CPU vor allem in Raytracing-Titeln und auf niedrigeren Auflösungen schlecht ab. Generell ist der 5800X3D mit über drei Jahren im Markt schon ein "alter Herr", vor allem, weil er auf AM4-Mainboards läuft und damit auch ken Aufrüstpotenzial mehr vorhanden ist. Wer also einen 5800X3D sein Eigen nennt, sollte sich überlegen, auf eine neuere Plattform samt neuer CPU umzusteigen. AM5 mit dem Ryzen 7 9800X3D bietet sich hier an. Eine gute Kombination aus CPU, Motherboard und DDR5-Arbeitsspeicher ist allerdings nicht gerade günstig.

Ähnlich sieht es beim Intel Core i9-12900K aus. Auf 4K/UHD schneidet der Prozessor noch kaum schlechter als der Ryzen 7 9800X3D ab, besonders unter Full HD schwächelt er aber. Einen Vorteil bietet hier allerdings die neure Plattform. Auf dem Sockel LGA-1700 laufen auch CPUs der 13. und 14. Intel Core-Generation, im Gegensatz zu AM4 sind auch PCIe 5.0 und DDR5-Support schon mit an Bord. Es ist also einfach und ohne zusätzlich notwendige Hardware möglich, zum Beispiel auf einen i9-14900KF zum günstigen Preis aufzurüsten.

Neuer PC: diese CPU ist für die RTX 5090 am sinnvollsten

Wer hingegen einen vollständig neuen PC nur für Gaming baut, dem können wir eine ganz klare Empfehlung abgeben. In der Preishemisphäre, in der sich die RTX 5090 bewegt, fällt die Wahl sehr leicht: der Sweetspot ist der AMD Ryzen 7 9800X3D. Mit ihm kommt man nahezu immer auf die meisten Frames und auch preislich ist er günstig. Mit dem Ryzen 7 7800X3D lassen sich zwar ein paar Euro sparen, das dürfte bei den Preisen der RTX 5090 aber kaum ins Gewicht fallen. Wir empfehlen daher, eher zu klotzen als zu kleckern: der AMD Ryzen 7 9800X3D auf AM5-Motherboard und 32 GB DDR5-6000 CL30 dürfen es ruhig sein.